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Vortrag im Rahmen des Historischen Kolloquiums

Vortrag von Philipp Hahn: "Gemein-Sinn - Sinnliche Wahrnehmung, Ordnung und Vergemeinschaftung in Ulm, ca. 1470-1850" Mittwoch, 12. Juli 2017 18:00 h M 17.99 (Keplerstr. 17)

Veranstaltungsdatum:  12. Juli 2017 18:00 Uhr

Vortrag von Philipp Hahn: "Gemein-Sinn - Sinnliche Wahrnehmung, Ordnung und Vergemeinschaftung in Ulm, ca. 1470-1850"
Mittwoch, 12. Juli 2017 18:00 h
M 17.99 (Keplerstr. 17)

In der vormodernen Stadtgesellschaft kam der gegenseitigen Wahrnehmung der Ein-wohner eine große Bedeutung zu. Zudem wurden Geräusche und Gerüche als potenzielle Gefahren für die städtische Ord-nung oder die Gesundheit der Einwohner obrigkeitlich überwacht. Über den Zeitraum von 400 Jahren vom Ausgang des Mittel-alters bis ins Zeitalter der Industrialisierung wandelten sich allerdings nicht nur politische Strukturen, wirtschaftliche und soziale Verhältnisse in den Städten. Auch die Art und Weise, wie die Einwohner einander und ihre Umwelt wahrnahmen, änderte sich zum Teil erheblich.
Der Vortrag beleuchtet am Beispiel der (bis 1802) freien Reichsstadt Ulm, wie sich die-ser sensorische Wandel auf die Funktionen der Sinne für den Zusammenhalt der Stadt-gesellschaft auswirkte. Dabei wird berücksichtigt, welche Wissensbestände über die Sinne in der Stadt vorhanden waren, welche Sinneseindrücke von wem als störend oder gefährlich empfunden wur-den, und auf welche Weise die sozialen Milieus die Sinneswahrnehmung der Einwohner prägten. Schließlich geht es auch um die Frage, ob der Übergang von der Vormoderne zur Moderne für die Zeit-genossen wahrnehmbar war.